An einen Lügner
Du magst so oft, so fein, als dir nur möglich, lügen:
Mich sollst du dennoch nicht betriegen.
Ein einzigmal nur hast du mich betrogen:
Das kam daher, du hattest nicht gelogen.
Du magst so oft, so fein, als dir nur möglich, lügen:
Mich sollst du dennoch nicht betriegen.
Ein einzigmal nur hast du mich betrogen:
Das kam daher, du hattest nicht gelogen.
Haß mich, so viel du willst! doch wüßt ich gern, weswegen:
Denn nicht an deinem Haß, am Grund ist mir gelegen.
Mit Unrecht klagest du, treuherziger Aemil,
Daß man so selten nur auf deine Worte bauen,
Mit Gleichem Gleiches dir gar nicht vergelten will:
Wer allen alles traut, dem kann man wenig trauen.